Körperreise

 

 

Diese "Therapiemethode" habe ich sozusagen selbst entwickelt. Das heisst, ich habe verschiedenen Vorgehensweisen von Fachleuten kennen gelernt und daraus meine eigene Methode kreiert. Diese so genannte Körperreise wende ich auch bei mir selbst an, wenn es einmal nötig ist und es hilft mir jedes Mal sehr gut. Darum setze ich diese Methode schon seit längerer Zeit bei den Menschen ein, die in die Praxis komme und ich staune immer wieder, wie viel so etwas Einfaches bewirken kann!

 

 

Von folgenden Therapeuten habe ich etwas zu diesem Thema gelernt:

 

Brandon Bays:

 

Ihr Buch ("The Journey") kann ich sehr empfehlen. Sie erklärt darin sehr deutlich, warum unterdrückte Emotionen unseren Körper so stark beeinflussen und wie wir diese durch bewusstes Fühlen sozusagen "aus dem Körper befreien können". Dies wiederum hat einen sehr grossen positiven Einfluss auf die Gesundheit unserer Körperzellen.

 

 

Eckhart Tolle:

 

Von ihm kann ich das Buch "Jetzt! Die Kraft der Gegenwart" sehr empfehlen. Eckhart Tolle erklärt, dass bei uns Menschen mit der Zeit ein "emotionaler Schmerzkörper" entsteht, da wir Emotionen immer wieder unterdrücken. Auch er zeigt uns, wie wir durch bewusstes Fühlen der schmerzhaften Emotionen diese transformieren können.

 

Craniosacral-Therapie:

 

Ich bin ja gerade im letzten Fünftel der Ausbildung zur Craniosacral-Therapeutin. In diesen Kursen lernte ich viel darüber, wie unser Körpergedächtnis Erlebnisse und die dazu gehörige Emotionen in den Zellen abspeichert. Wenn wir mit Hilfe der Craniosacral-Therapie den Körper berühren, kann es passieren, dass plötzlich wie aus dem Nichts Bilder oder Gefühle auftauchen beim Klienten. Sein Körpergedächtnis wurde wohl durch die Berührung "geweckt". Während der Behandlung unterstützt der Therapeut den Klienten, diese Gefühle bewusst zu fühlen. So können sie sich aus dem Körpergedächtnis verabschieden. Danach wird bewusst Wohlgefühl verankert.

 

 

Beispiel

Wie eine Körperreise kombiniert mit Homöopathie ei Nesselfieber half

 

 

Ich möchte das Vorgehen bei einer solchen "Körperreise" hiermit gleich anhand eines Beispiels aus der Praxis erklären:

 

Vor kurzem rief mich eine Frau an wegen eines extrem starken Juckreizes. Sie hatte ein neues Medikament in Tropfenform ausprobiert, das helfen sollte, Warzen zum Verschwinden zu bringen. Dieses Medikament scheint offensichtlich zu stark gewesen zu sein für sie. Es haben sich nämlich rund um die Warzen grosse gerötete und juckende Hautflächen gebildet. Der Juckreiz war so stark, dass diese Frau nachts kaum schlafen konnte. Sie wollte ja auch nicht zu fest kratzen, da die Haut sonst wund geworden wäre. Ich vermutete, dass es sich um Nesselfieber handelte, da die Frau früher schon einmal Nesselfieber hatte.

 

 

Homöopathie:

 

Nachdem die Frau mir die Symptome beschrieben hatte, fand ich ein passendes homöopathisches Mittel. Diese Globuli nahm sie in einer "C30"-Potenz drei Mal täglich ein. Wie sie mir am nächsten Tag erzählte, hatte sie nachts wieder starken Juckreiz. Nachdem sie die Globuli genommen hatte, ebbte der Juckreiz aber ziemlich bald ab und sie konnte wieder einschlafen.

Morgens war der Juckreiz allerdings wieder da. Die Homöopathie hatte also kurzfristig geholfen aber noch nicht dauerhaft.

 

In so einem Fall kommt mir jeweils die Körperreise in den Sinn. Wenn das homöopathische Mittel jeweils nur für eine Weile hilft, nachdem man die Globuli eingenommen hat, gibt es da meistens eine energetische Blockade, die verhindert, dass das Mittel das Thema vollständig transformieren kann.

 

 

Körperreise:

 

Auf meinen Vorschlag hin war die Klientin bereit für eine Körperreise bei mir in der Praxis.

Hier beschreibe ich nun also den Ablauf einer solchen Körperreise. Bei dieser Frau dauerte sie ca. 15 Minuten. Wenn es um komplexere Themen geht, kann es auch einmal eine halbe Stunde dauern:

 

  • Sitzen und entspannen: Wir sassen uns gegenüber und schlossen beide die Augen.
  • Wohlgefühl wahrnehmen: Nachdem wir uns ein wenig entspannt hatten, bat ich die Frau, zu erkunden, wo im Körper sie ein Wohlgefühl spürt. Ich bat sie, diese Körperregion und dieses wohlige Gefühl dort ganz bewusst zu fühlen. Das mache ich absichtlich als Erstes. So wird sich der Mensch bewusst, dass es ja auch Körperregionen gibt, wo er sich wohl fühlt. Das ist sozusagen eine Ressource dieses Menschen. Es ist hilfreich, zuerst die eigenen Ressourcen wahrzunehmen, bevor man sich diesem Thema stellt, das im Moment noch Stress auslöst.
  • "Problem-Region wahrnehmen": Danach bat ich die Frau, innerlich eine Reise zu unternehmen zu einer der Körperregionen, wo sie diesen starken Juckreiz wahrnahm. Sie stellte sich also vor, sie wäre nun "in" dieser Körperregion. Es kann sein, dass an dieser Stelle der Körperreise Bilder auftauchen, Gefühle, Körperempfindungen, eine Farbe oder auch gar nichts. Auch wenn jemand kaum etwas wahrnimmt, kann man damit arbeiten. Jeder Mensch empfindet genau richtig! Wenn man "nichts" spürt, dann ist "nichts" auch etwas.
  • Welches Gefühl löst dieses Symptom in mir aus?:  An dieser Stelle fragte ich die Frau, welches Gefühl dieser starke Juckreiz am ehesten in ihr auslöst. Ist es Wut, Ärger, Frustration, Ohnmacht oder Trauer? Sie sagte, es sei ein riesiger Ärger. Sie frage sich, wann dieser blöde Juckreiz endlich einmal aufhöre. :-)
  • Bewusstes Fühlen: Die Klientin sah diesen Ärger wie eine sehr grosse, graue und sehr dichte Wolke. Also begleitete ich sie dabei, den "Scheinwerfer" ihres Bewusstseins auf diese Wolke zu richten. Ich bat sie, diesen riesigen Ärger ganz bewusst zu fühlen. Hier geschieht das, was Eckhart Tolle in seinen Büchern erklärt. Normalerweise wollen wir unangenehme Emotionen nicht fühlen. Dadurch verdrängen sie sich und unser "emotionale Schmerzkörper" wird immer grösser. Wenn wir diesen Emotionen aber nicht ausweichen sondern sie sogar "anschauen", merken wir, dass sie gar nicht so bedrohlich sind, wie wir bisher meinten. Und wenn wir mit dem Bewusstsein fokussiert bleiben - ohne die Emotion verändern zu wollen - passiert die Transformation ganz von selbst. Auch ich als Therapeutin verändere nichts am Klienten oder an seinem Gefühl.
  • Wahrnehmen von Veränderung: Nach einer Weile fragte ich die Klientin, wie sich die Wolke inzwischen anfühle und ob sich etwas verändert habe. Sie sagte, die Wolke sei wie in sich selbst zusammen gefallen. Sie sei nun weiss und nicht mehr dicht. Es sei jetzt so ein richtig hübsches Wölkchen am Himmel. :-)
  • Wo spüre ich das im Körper?:  An dieser Stelle fragte ich die Frau, wo im Körper sie diese Veränderung wahrnehmen könne. Sie antwortete, dass sie jetzt viel freier atmen könne. Erst jetzt werde ihr bewusst, wie stark vorher dieses Gefühl des Ärgers war. Sie fühlte sich nun richtig erleichtert. Nach dieser Wahrnehmung im Körper frage ich ganz bewusst. Offensichtlich hat sich ja nun eine innere Wandlung vollzogen. Und wenn man fragt, wo man diese Wandlung im Körper spürt, dann verankert sich dieser neue Seinszustand auch im Körpergedächtnis. Dadurch ist der neue Zustand stabiler.
  • Gibt es noch andere Gefühle/Bilder, die jetzt auftauchen? Auf diese Frage antwortete die Klientin, dass jetzt alles ruhig und friedlich sei in ihr.
  • Abschluss: Mit ein paar tiefen Atemzügen schlossen wir die Körperreise ab.

 

 

Auswirkungen der Körperreise:

 

Es war erstaunlich. Schon direkt nach der Körperreise teilte mir die Frau mit, dass sie sich irgendwie so leicht und gelassen fühle. Auch war zu diesem Zeitpunkt kein Juckreiz mehr spürbar. Gegen Abend (die Körperreise machten wir morgens um 9.00 Uhr) schrieb sie mir, dass sie den ganzen Tag überhaupt keinen Juckreiz mehr hatte. Sie sei durch die Körperreise auch sehr zur Ruhe gekommen und sie habe an diesem Tag schön eins nach dem anderen und ganz in der Ruhe gemacht.

 

Am darauf folgenden Tag schrieb mir die Frau, dass sie in der Nacht noch einmal ein wenig Juckreiz hatte aber lange nicht mehr so stark und sie konnte viel besser damit umgehen.

 

Seit jener Nacht ist der Juckreiz komplett verschwunden und auch die Hauterscheinungen sind nicht mehr da.

 

Erklärung:

 

Das erlebe ich übrigens häufig. Die Symptome treten nach einer Körperreise zwar noch einmal kurz auf, aber sie stören einen nicht mehr so sehr. Das ist ev. deswegen so, weil uns in Wahrheit nicht die Symptome stören, sondern die Emotionen, die durch die Symptome ausgelöst werden. Und wenn wir lernen, entspannter mit den Emotionen umzugehen, stören uns auch die körperlichen Symptome nicht mehr so sehr.

 

Zudem erlebe ich es immer wieder so: Wenn ein Mensch sagt, er habe die Symptome zwar noch, aber sie stören ihn nicht mehr so, dann ist das der Beginn der Heilung. Danach geschieht dann alles ganz von selbst. So erlebe ich das jedenfalls immer wieder.

 

 

 

Warum kann eine solche Körperreise so grosse Auswirkungen haben auf unseren Körper?

 

 

Chuck Spezzano (ein Arzt), der schon viele Bücher geschrieben hat und Seminare und Vorträge gibt, hat vieles herausgefunden bezüglich der Emotionen.

 

 

Er hat sich Folgendes gefragt:

 

 

Wie kann es sein, dass ein Mensch, der im Januar eines bestimmten Jahres die Diagnose "Leberkrebs" erhält, im Juni des gleichen Jahres immer noch Leberkrebs haben. Die Organe regenerieren sich nämlich ständig. Innerhalb von 7 Jahren haben wir einen völlig neuen Körper, da sich alle Zellen regeneriert haben. Bei der Leber sagt man, dass wir nach 6 Wochen eine neue Leber haben. Also müsste ein solcher Mensch doch 5 Monate später längst eine gesunde Leber haben.

 

Da das aber oft nicht der Fall ist, kam Chuck Spezzano auf folgende These, die er inzwischen auch mit Studien usw. belegt hat:

 

Unterdrückte Emotionen werden in unserem Körpergedächtnis abgespeichert. Das sind feinstoffliche Informationen, die von den Zellen aufgenommen und an die neuen Zellen weiter gegeben werden.

 

Wenn wir also über längere Zeit Emotionen wie Wut, Ohnmacht, Trauer usw. unterdrücken, sind unsere Zellen sozusagen "getränkt" in diesem Cocktail. Die Zellen stehen unter Stress und sind nicht mehr imstande, die gesunde Urinformation an die neuen Zellen weiterzugeben.

 

Sobald wir diese Emotionen bewusst fühlen, werden sie aus dem Körpergedächtnis befreit. Die Körperzellen gelangen wieder in ihren gesunden Urzustand und bei der Zellteilung entstehen weitere gesunde Zellen.

 

(Das ist natürlich sehr einfach und sehr unwissenschaftlich erklärt. Aber ich selbst kann es gut nachvollziehen.)

 

 

 

Körperreise selbst anwenden:

 

 

Am Anfang ist es sehr hilfreich, wenn man diese Körperreise in Begleitung von jemandem anwendet, der dieses Vorgehen kennt. Mit der Zeit bekommt man ein Gespür dafür, was wichtig ist.

 

Viele meiner KlientInnen wenden inzwischen die Körperreise selbst an, wenn ein körperliches oder auch ein seelisches Problem auftaucht. Sie stellen sich die Frage:

 

"Was löst dieses Symptom / diese Situation in mir für ein Gefühl aus?"

 

Und dann fühlen sie dieses Gefühl bewusst; - so lange bis sich alles in Frieden gewandelt hat. Viele erleben, wie dann auch der Körper sehr positiv darauf reagiert.

 

Von mir selbst kann ich sagen, dass ich dadurch einen ganz anderen Umgang mit Gefühlen lernte. Heute fürchte ich Gefühle wie Angst, Trauer, Wut usw. nicht mehr, denn ich weiss, dass sie gar nicht so schlimm sind. Auch heute tauchen bei mir manchmal noch solche Gefühle auf, aber nur noch für kurze Zeit.

 

 

Kein Heilversprechen:   Es ist natürlich klar, dass wir nie ein Heilversprechen machen dürfen. Ich finde einfach, es lohnt sich sehr, so eine Körperreise auszuprobieren. Oft helfen die einfachsten Dinge am meisten.

 

 

Falls Sie Fragen haben zur Körperreise und dazu, ob sie sich eventuell eignen würde bei Ihren Themen, dürfen Sie mich gerne kontaktieren:

 

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