Lebe deine wahre Natur!

Dienstag, 2. Januar 2018

 

 

Vor kurzem erzählte mir jemand von Alma Deutscher. Sie ist inzwischen 12 Jahre alt und wohnt in England. Schon als ganz kleines Kind komponierte sie eigene Musikstücke auf dem Klavier und auf der Geige. Auf youtube gibt es ganz viele Kurz-Videos von ihr. Ich habe mir inzwischen einige davon angeschaut und ich bin richtig berührt! Es ist kaum zu fassen, was dieses Mädchen zustande bringt; - so als ob es das Natürlichste der Welt wäre.

 

Alma ist nie zur Schule gegangen. Ihre Eltern gebenihren beiden Kindern ganz viel Raum für ihre Entfaltung. So konnte sich ihr innewohnendes Potential wohl ganz natürlich entfalten.

 

Wie man in einem längeren Video mit erleben kann, bleibt Alma ihrer wahren Natur konstant völlig treu und das, obwohl sie ja ständig gefilmt wird. Ich glaube, ich war deswegen so berührt, weil ich hier erleben konnte, wie es sich anfühlt, wenn ein Mensch voll und ganz seine wahre Natur erkannt hat und sie ständig - und nicht nur ab und zu  einmal - lebt. Da kann ich noch viel lernen von ihr! Auch sieht man, wie so ein Mensch zutiefst glücklich und erfüllt ist.

 

Oder man könnte es so ausdrücken: Dieses Kind hat seine wahre Natur gar nie vergessen.

 

 

 

Hier ist Alma 6 Jahre alt.

Sie spielt eine selbst komponierte Sonate:

 

 

In diesem Kurz-Video zieht ein Mann zufällig vier Noten aus einem Hut. Auf diese Tonabfolge der vier Noten improvisiert Alma spontan ein grossartiges Stück!

 

Hier ist sie 9 Jahre alt. Das ist ein Violinenkonzert. Alma hat also die Musik für die Solo-Violine und fürs gesamte Orchester komponiert!

 

 

In diesem Video hört man ein Streichquartett.

Diese Musik hat Alma mit 7 Jahren komponiert:

 


 

 

Mit 9 Jahren hat Alma damit begonnen eine ganze Oper zu komponieren. Diese wurde zum ersten Mal aufgeführt als sie 11 Jahre alt war. Im unten stehenden längeren Video kann man ein bisschen einen Einblick bekommen, wie Alma aufgewachsen ist. Und man kann auch mit erleben, wie sie bei der Inszenierung der Oper mitgewirkt hat:

 

(Dieses Video finde ich sehr empfehlenswert. Es hat mich tief berührt! Vor allem am Schluss, wo Alma bei der Première ihrer Oper zuschaut und zuhört, kann man miterleben, wie sie völlig aufgeht in ihrer Musik. Es ist als ob sie selbst zu ihrer Musik geworden wäre.)

 

 

 

Ein imaginärer Lehrer:

Alma begann schon mit zwei Jahren Klavier zu spielen. Irgendwann konnten die Eltern beobachten, dass sie ihr Spiel immer wieder unterbrach und vor sich hinredete. Die Eltern fanden heraus, dass für Alma diejenige Person, die sprach, ihr Lehrer war. Alma wurde richtig wütend, wenn man sie darin nicht ernst nahm, dass dies ein wirklich realer Lehrer sei.

 

Imaginäre Komponisten aus der Fantasiewelt:

Auch hatten die beiden Schwestern eine eigene Fantasiewelt, die für sie völlig real war. Die Mutter nahm das ernst und schrieb vieles davon in ein Tagebuch. So gab es für die beiden Mädchen ein Land, das es hier auf der Erde gar nicht gibt: "Transalvanien". Das sei sozusagen wie eine Parallelwelt für die Kinder. In diesem Land spricht man eine andere Sprache. Und von dieser Welt kennen die Kinder mehrere Komponisten. Alma erzählte in oben stehendem Video, welcher Komponist wie komponiert. Von manchen habe sie wunderschöne Kompositionsideen für ihre Oper übernommen.

 

 

 

 

Was lässt unsere wahre Natur erblühen?

 

 

Beim Anschauen dieser Videos sind mir einige Aspekte aufgefallen, die ev. hilfreich sind, wenn wir in der Erziehung von Kindern (oder einfach im Zusammensein mit Kindern) darauf achten würden. Zudem können wir dies alles auch auf die "Erziehung" von uns selbst anwenden.

Wie können wir also mit unseren Kindern und mit uns selbst umgehen, damit sich unsere wahre Natur optimal entfalten kann?

 

 

Die Kinder in ihrem So-Sein lieben und fördern:

 

Mir ist aufgefallen, dass diese Eltern ihren Kindern ganz viel Raum gaben für ihre Entfaltung. Sie lachten nicht über ihre "seltsamen" Ideen von Komponisten in einer Parallelwelt. Sie nahmen das ernst. Sie wollten ihre Kinder also nicht verändern, sondern sie gaben ihnen das Gefühl, dass sie genau richtig sind, so wie sie sind.

 

Mir ist aufgefallen, dass Alma nicht im geringsten nervös zu sein scheint bei ihren Konzerten! Sie trifft jeden Ton und sie geniesst das Musik-Machen zutiefst. Sie scheint völlig zu vergessen, dass ihr jemand zuschaut. Auch geht sie mit ihrem ganzen Körper mit der Musik mit. Es wirkt auf mich so, dass Alma überhaupt keine Anerkennung von aussen benötigt. Sie geht völlig auf in ihrer Musik.

Um dies in den Worten des unten stehenden Zitats auszusprechen: Alma hat sich selbst entdeckt.

 


 

 

Raum geben für die eigene Kreativität:

 

Alma wollte unbedingt lesen lernen. Als sie hörte, dass sie nur noch warten müsse, bis sie zur Schule gehen kann, freute sie sich riesig auf ihren ersten Schultag. Nach diesem ersten Tag kam sie weinend nach Hause und sagte: "Das stimmt gar nicht. Sie haben mich nicht lesen gelehrt!" Von da an wollte sie nie mehr zur Schule. Die Eltern machen ab und zu ein wenig Unterricht mit den Kindern. Und ansonsten verbringt Alma ihre Zeit mit Komponieren und Musizieren.

 

Nun können wir ja nicht einfach alle Kinder von der Schule nehmen damit sie Raum haben um ihre eigenen Talente zu entdecken. Für manche Kinder wäre das auch gar nicht stimmig. Nicht alle Kinder können mit so viel Freiraum umgehen.

 

Eigene Erfahrung:  Ich selbst wuchs ganz ähnlich auf wie Alma. Wir hatten einen Garten, wo ich Stunden lang in meiner Fantasiewelt spielte. Meine Mutter war sehr kreativ. Daher hatten wir Kinder das wohl ein wenig abgeschaut, so dass wir auch ständig am Malen, Basteln und Kreieren waren. Der Kindergarten und die Schule waren dann ein bisschen wie ein Schock für mich. Plötzlich war spielen nicht mehr wirklich erlaubt. Trotzdem konnte ich aber nach der Schule immer wieder in meine Fantasiewelt eintauchen.

 

Auch heute noch bin ich sehr kreativ. Daraus schliesse ich, dass es schon sehr viel ausmacht, wenn wir den Kindern zumindest NACH der Schule den Freiraum geben, ihr eigenes kreatives Innenleben zu entdecken.

 

 

 

 

Mut ein wenig weltfremd zu sein

 

Immer wieder erzählen mir Eltern in der Praxis, dass andere Eltern sie komisch anschauen, wenn sie ihre Kinder nicht an allem teilnehmen lassen, was die Gesellschaft so anbietet. Manche Kinder gehen zu mehreren verschiedenen Kursen. Andere gehen vielleicht zu einem. In der übrigen Zeit spielen sie in der Natur, bauen Feenhäuser oder Baumhütten.

 

Im obigen Dokumentarfilm sieht man, dass Alma ein bisschen wie in ihrer eigenen Welt aufgewachsen ist. Almas jüngere Schwester hängt kopfüber an der Schaukel unter den Bäumen. Alma geht mit ihrem farbigen Springseil durch den Garten. Währenddessen kommen ihr die besten Ideen für neue Melodien. Dann sieht man sie, wie sie Stunden lang alleine vor ihren Notenblättern sitzt, um die Melodie für ein Orchester zu gestalten. Wahrscheinlich spielt sie eher selten mit anderen Kindern.

 

Trotzdem kann sie sich problemlos und mit einem ganz natürlichen Selbstbewusstsein in der Gesellschaft bewegen. Mit völliger Selbstsicherheit sagt sie dem Dirigenten des Orchesters, was man musikalisch oder technisch noch verändern muss. Wenn das Orchester dann schöner spielt, ruft sie mit einem herzlichen Lachen: "Yes, now it's wonderful!" :-)

 

Wenn Kinder viel Zeit mit sich selbst verbringen, finden sie ihre wahre Natur. Auf diese Weise können sie danach in die Welt hinaus ziehen, ohne sich darin zu verlieren.

 

Eigene Erfahrung:   Schon mehrere Menschen hatten mich als ein wenig weltfremd bezeichnet, was ich auch bestens verstehen konnte. Als ich dieses Video von diesem Kind sah, verstand ich plötzlich noch klarer, warum ich manchmal als weltfremd empfunden werde und warum das in meinem Fall sehr sinnvoll ist.

 

In meiner Jugendzeit ging ich sehr einsame Wege. Viele Menschen konnten mit mir nichts anfangen. Trotzdem war ich zu störrisch :-), um mich der Gesellschaft anzupassen, nur damit ich nicht mehr so einsam war. Das war keine lustige Zeit. Aber irgendwann kamen Menschen in mein Leben, die sich selbst genau so treu sind wie ich es mir selber bin. Das Zusammensein mit ihnen ist für mich so richtig zum Geniessen. Bei diesen Menschen kann ich voll und ganz mich selber sein und sie können dies auch bei mir. Nach dem Zusammensein mit ihnen bin ich nicht ausgelaugt, sondern voller Energie und neuer Ideen.

 

Wenn ich in der Jugendzeit nicht zu meinem eigenen So-Sein gestanden wäre, wäre ich jetzt vielleicht immer noch mit Menschen und in Lebenssituationen unterwegs, die eigentlich gar nicht so wirklich zu mir passen. Jemand sagte einmal so gut: "Wenn du in dieser Schublade nichts findest, musst du in einer anderen Schublade nachschauen." :-) Genau das hatte ich wohl gemacht.

 

Und dies bedeutet keineswegs, dass jene Menschen, bei denen ich mich nicht so "pudelwohl" fühle, weniger wertvoll wären!! Das hat überhaupt nichts damit zu tun. Jeder Mensch ist genau gleich wertvoll wie ein anderer! Hunde und Katzen verstehen sich ja oft auch nicht so gut. :-) Trotzdem ist ein Hund genau gleich wertvoll und liebenswert wie eine Katze.

 

Ich glaube, etwas in mir hat sich immer erinnert an meine Kindheit, in der ich völlig in mir selbst versunken spielen und einfach mich selbst sein konnte. Dieses wunderschöne Gefühl des Sich-Selbst-Seins war mir so KOSTBAR, sodass ich es gegen nichts eintauschen wollte, was man in dieser Welt so alles bekommen könnte. Für das Ego glitzert alles Weltliche so schön und verlockend. Für das wahre Sein wirkt das alles aber ziemlich öde und trostlos. Unser wahres Sein weiss ganz genau, dass sich diese äusseren Reize zunächst absolut grossartig anfühlen; - dass sie aber mit der Zeit immer langweiliger, mühsam und irgendwie so leblos werden.

 

Wenn wir tief in unserem wahren Sein verankert sein, können wir alles Weltliche zutiefst und ohne Anhaftung geniessen. Lustigerweise sind wir dann eher das Gegenteil von "weltfremd". Wir tauchen nämlich völlig ein in diese Welt; - aber ohne uns in ihr zu verlieren. Ein Teil von uns weiss, dass das alles in Wirklichkeit eine Illusion ist. All das gehört uns nicht wirklich. Das PURE LEBEN in uns ist das, welches alles bereit stellt, was wir wirklich für ein glückliches Leben benötigen.

 

 

 

 

Auch wenn wir uns selbst nicht immer treu sind, sind wir absolut liebenswert!

 

 

Falls nun bei jemandem beim Leben ein bisschen eine Wehmut auftaucht, weil man erkennt, wie oft man sich selbst nicht treu ist, möchte ich zum Schluss noch betonen, dass dies den meisten Menschen immer wieder passiert; - auch mir!

 

Auch wenn wir die meiste Zeit unseres Lebens ganz weit von unserem wahren Sein entfernt verbringen, sind wir absolut liebenswert! Das sage ich auch immer wieder zu mir selbst, wenn ich gerade enttäuscht bin von mir, weil ich mich in einer Situation selbst verleugnet habe. Es gibt unendlich viele verschiedene Lebenswege und jeder hat seine Richtigkeit. Manche Seelen vergessen ihre wahre Natur von Anfang an nicht; - so wie Alma. Manche vergessen sich eine Zeit lang komplett, um sich dann umso mehr nach ihrem echten Sein zu sehnen, so dass sie dann auch stabil darin verankert sind. Jedenfalls geht unsere wahre Natur ganz bestimmt nie verloren!

 

So ein Kind wie diese Alma kann eine liebevolle ERINNERUNG sein für uns.

Eine Erinnerung an unser wahres Sein und wie tief beglückend es ist, unsere wahre Natur immer mehr zu entdecken und voll purer Lebensfreude und in Leichtigkeit zum Ausdruck zu bringen.

 

Und ja, wenn wir so unterwegs sind, ist uns irgendwann wirklich völlig egal, ob irgendjemand entdeckt, was für ein wundervolles Wesen wird sind (und jeder Mensch ist wundervoll!). Wir haben uns selbst entdeckt und das macht uns zutiefst glücklich. Wir benötigen nichts mehr von jemand anderem. Wir wissen nicht nur, sondern wir erleben, dass wir wirklich ALLES in uns selbst finden, was uns glücklich macht. Schon mein Grossvater sagte manchmal zu meiner Mutter:

 

"In Wirklichkeit hast du nur dich selbst. Alles, was du brauchst, findest du in dir!"

 

Auf diesem Selbst-Entdeckungs-Weg wünsche ich uns allen ganz viel Freude!

 

 

 


 

 

 

Und hier noch ein Video von Alma als sie 8 Jahre alt war.

Ihr Vater kommt aus Israel. Daher spricht Alma auch Hebräisch.

Dieses Video wurde im israelischen Fernsehen ausgestrahlt.

Ich finde es einfach wunderschön, immer wieder dieses glückselige Lächeln auf dem Gesicht dieses Kindes zu sehen!

 

Und zum Abschluss noch ein Video von einer Probe in Israel.

Jene Frau, welche die Hauptrolle der Cinderella spielte, konnte gerade nicht singen.

Da nahm Alma kurzerhand das Mikrophon und sang selbst! :-)

 

 

 

 

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